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ZUGFeRD vs. XRechnung: Unterschiede und wann Sie welches Format brauchen

Aktualisiert: 2026-08-01

ZUGFeRD und XRechnung sind die beiden deutschen Rechnungsformate, die die Norm EN 16931 erfüllen — und damit als E-Rechnung im Sinne des §14 UStG gelten. ZUGFeRD ist ein Hybrid: ein normal aussehendes PDF (PDF/A-3), in dem die Rechnungsdaten als maschinenlesbares XML eingebettet sind. XRechnung ist reines strukturiertes XML ohne jede visuelle Ebene. Beide transportieren dieselben Rechnungsdaten; sie unterscheiden sich in Verpackung, Zielgruppe und darin, wo sie verlangt werden. Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede, das Verhältnis zur EN 16931, die Validierung — und welches Format ein Shopify-Shop tatsächlich braucht. Für die meisten Händler lautet die Antwort: „beide, gewählt pro Rechnung".

Warum es diese zwei Formate gibt

Die E-Rechnungspflicht (unser kompletter Zeitplan 2027/2028) schreibt kein einzelnes Dateiformat vor. §14 UStG verlangt ein strukturiertes elektronisches Format, das der europäischen Norm EN 16931 entspricht — einem semantischen Datenmodell, das festlegt, was eine Rechnung enthalten muss (Verkäufer, Käufer, Positionen, USt-Aufschlüsselung, Summen) und wie jedes Element kodiert wird. Zwei deutsche Umsetzungen dieser Norm dominieren:

Eine wichtige Feinheit: ZUGFeRD gilt nur ab Version 2.0.1 und nur in seinen EN-16931-konformen Profilen als E-Rechnung. Alte ZUGFeRD-1.0-Dateien und das abgespeckte MINIMUM-Profil tragen nicht den vollen EN-16931-Datensatz und erfüllen die Pflicht nicht. Wer sagt „ZUGFeRD zählt", meint ZUGFeRD 2.x im Profil EN 16931 oder höher.

Der Vergleich auf einen Blick

ZUGFeRD 2.xXRechnung 3.x
DateiEin PDF/A-3 mit eingebettetem XML (hybrid)Eine XML-Datei (UBL- oder UN/CEFACT-CII-Syntax)
Menschenlesbar?Ja — öffnet sich wie jede PDF-RechnungNicht direkt — braucht einen Viewer oder Software
Maschinenlesbar?Ja — über das eingebettete XMLJa — die Datei besteht aus nichts als Daten
Gepflegt vonFeRD (Forum elektronische Rechnung Deutschland)KoSIT, im Auftrag der öffentlichen Verwaltung
Verlangt vonNiemandem speziell — akzeptiert, wo EN 16931 akzeptiert wirdÖffentlichen Auftraggebern (B2G, per ERechV); zunehmend auch von Großunternehmen
Typische ZielgruppeB2B- und B2C-E-Commerce, KMU, alle, die eine lesbare Rechnung wollenBehörden, Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Konzern-Kreditorensysteme
ZusatzregelnEN-16931-KernregelnEN 16931 plus deutsche BR-DE-Geschäftsregeln (z. B. Pflicht-Käuferreferenz BT-10, Ansprechpartnerdaten des Verkäufers)
Erfüllt die Pflicht 2027/2028?Ja (Version ≥ 2.0.1, EN-16931-konformes Profil)Ja
Validiert mitveraPDF (PDF/A-3-Container) + EN-16931-Schematron für das XMLdem offiziellen KoSIT-Validator

Das Verhältnis zur EN 16931

Stellen Sie sich EN 16931 als Grammatik und Vokabular vor — ZUGFeRD und XRechnung sind zwei Dokumente in dieser Sprache. Die Norm definiert rund 160 „Business Terms" (BT-1 Rechnungsnummer, BT-31 USt-IdNr. des Verkäufers, BT-118 USt-Kategorie usw.) plus Geschäftsregeln, die die Zahlen zum Aufgehen zwingen: Die Summe der Positionsbeträge muss dem Dokumentbetrag entsprechen, die USt-Aufschlüsselung muss zu den Steuersätzen passen — und Dutzende mehr.

Weil beide Formate dasselbe semantische Modell umsetzen, ist der Inhalt einer konformen ZUGFeRD-Rechnung und einer konformen XRechnung zur selben Bestellung praktisch identisch. Was sich unterscheidet:

Versionen: ein bewegliches Ziel

Beide Standards leben. ZUGFeRD steht heute in der Generation 2.x; die Profile reichen von MINIMUM über BASIC bis EN 16931 und EXTENDED, und seit Version 2.1 ist ZUGFeRD technisch identisch mit dem französischen Standard Factur-X — dieselbe Datei gilt in beiden Ländern. Die XRechnung wird von der KoSIT regelmäßig fortgeschrieben; aktuell ist die Generation 3.x, und mit jeder neuen Fassung wird auch die Validator-Konfiguration ausgetauscht. Das hat eine unbequeme Konsequenz: Eine Rechnung, die letztes Jahr valide war, kann nach einem Versionswechsel gegen die aktuelle Prüfkonfiguration durchfallen. Wer selbst erzeugt, muss Versionsstände und Validator-Updates aktiv verfolgen; ein gutes Tool behandelt die Version als Konfiguration und zieht nach, ohne dass Sie es merken.

Validierung: der unterschätzte Teil

Eine E-Rechnung ist nicht „schon in Ordnung", wie man es von PDFs gewohnt ist. Empfangssysteme validieren eingehende Dateien und weisen fehlerhafte ab. Validierung vor dem Versand ist deshalb keine Kür — sie ist der Unterschied zwischen einer zugestellten und einer abgewiesenen Rechnung.

KoSIT-Validator (XRechnung)

Die KoSIT veröffentlicht die offizielle Validator-Konfiguration, die auch die Rechnungsportale der öffentlichen Hand einsetzen. Geprüft wird das XML gegen die EN-16931-Schematron-Regeln plus die deutschen BR-DE-Regeln. Was hier durchfällt, weist ein Rechnungsportal von Bund oder Ländern ab.

veraPDF (der PDF/A-3-Container von ZUGFeRD)

Eine ZUGFeRD-Datei muss zusätzlich ein gültiges PDF/A-3 sein — die ISO-genormte Archiv-Variante von PDF, die eingebettete Dateien erlaubt. Das prüft veraPDF, der Open-Source-Industrievalidator. Eine ZUGFeRD-Rechnung mit perfektem XML, deren PDF-Container gegen PDF/A-3 verstößt, ist trotzdem eine kaputte E-Rechnung.

Deshalb prüft Rechna jedes erzeugte Dokument vor der Auslieferung gegen den KoSIT-Validator und veraPDF — was einen Validator nicht besteht, wird nicht ausgeliefert. Wer Rechnungen anders erzeugt, sollte diese Validatoren selbst laufen lassen; die Systeme der Käufer tun es garantiert.

Welches Format braucht ein Shopify-Shop?

Verkauf an Endkunden (B2C)

Die E-Rechnungspflicht erfasst B2C nicht — ein strukturiertes Format ist nicht vorgeschrieben. ZUGFeRD ist trotzdem der kluge Standard: Ihr Kunde sieht ein vertrautes PDF, und jeder Geschäftskunde, der sich im B2C-Strom versteckt (das passiert ständig), bekommt automatisch ein konformes Dokument.

Verkauf an Unternehmen (B2B)

Ab 2027/2028 (je nach Umsatz — die Entscheidungstabelle steht im Zeitplan-Ratgeber) müssen inländische B2B-Rechnungen EN-16931-Dokumente sein. ZUGFeRD 2.x erfüllt das und hält die Rechnung für den Menschen auf der Gegenseite lesbar. Es ist das natürliche Format für E-Commerce-B2B.

Verkauf an die öffentliche Hand (B2G)

Schulen, Kommunen, öffentliche Einrichtungen: Hier ist die XRechnung Pflicht — schon seit 2020. Bestellt eine Landeseinrichtung in Ihrem Shop, kann ein ZUGFeRD-PDF abgewiesen werden. Sie brauchen eine echte XRechnung, inklusive der Käuferreferenz (BT-10), über die das System routet.

Große Geschäftskunden

Manche Konzern-Kreditorensysteme bevorzugen oder verlangen reine XRechnung, obwohl ZUGFeRD rechtlich genügen würde. Wer XRechnung auf Zuruf liefern kann, behält diese Kunden.

Die praktische Antwort für die meisten Shops lautet deshalb: kein Entweder-oder, sondern eine Wahl pro Rechnung — ZUGFeRD als Standard, XRechnung, wenn der Käufer es verlangt. Genau so arbeitet Rechna: Es wählt das passende Format je Rechnung automatisch, erzeugt ZUGFeRD 2.x oder XRechnung 3.x und legt das Ergebnis im vorgeschriebenen 8-Jahres-GoBD-Archiv ab (mehr dazu im Ratgeber zur GoBD-konformen Archivierung).

Verbreitete Irrtümer

Rechna ist Software, keine Steuerberatung. Welche Formatpflichten Sie treffen, hängt von Ihren Käufern ab — besprechen Sie die Details mit Ihrem Steuerberater.

Einmal einrichten. Danach läuft jede Rechnung automatisch.

Rechna macht aus bezahlten Shopify-Bestellungen konforme ZUGFeRD- und XRechnung-E-Rechnungen mit GoBD-Archiv.

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